Verfasst von Florian Güldenpfennig

NDU Summer School 2020: Die Welt als Interface

Die Gestaltung alltäglicher Dinge als digitale Schnittstellen

Diese Summer School entfällt heuer. Stattdessen bieten wir einen virtuellen Sommer Workshop für Schüler/innen und Schüler an -->  »Design und Informatik begreifen«. 

Die Idee

Die New Design University in St. Pölten (Österreich) lädt Technologie-interessierte Gestalterinnen und Gestalter zu einer » Physical Computing« Summer School ein. In projektbasierter Arbeit erforschen wir gemeinsam, wie aus alltäglichen Dingen »User Interfaces« werden. Kann beispielsweise ein Sessel ein Schalter sein? Welche neuen Interaktionen und Anwendungen lassen sich gestalten, wenn ein „intelligenter“ Sessel „weiß“, ob jemand auf ihm sitzt oder nicht? Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer können ihre eigenen Problemstellungen in die Summer School einbringen. Diese werden dann in interdisziplinärer Teamarbeit behandelt. Das Kursziel besteht darin, verschiedene Möglichkeiten kennenzulernen, physikalische Objekte mit digitaler Technologie zu verbinden und prototypisch ein kleines Projekt umzusetzen. Dabei sind keine Vorkenntnisse erforderlich. Wir richten uns bewusst an alle Interessierten, ob mit oder ohne technischem Hintergrund. 

»Physical Computing«

Als »Physical Computing« bezeichnen wir den Anschluss (alltäglicher) analoger Dinge an die digitale Welt unter dem Einsatz von Software und Hardware. Auf diese Weise können wir gewöhnliche Gegenstände als interaktive Schnittstellen für Nutzerinnen und Nutzer einsetzen. Ein Beispiel dafür sind Nachttischlampen aus Metall mit kapazitivem Schalter: Scheinbar auf magische Weise schalten diese sich ein beziehungsweise aus, sobald wir die Lampe nur leicht mit der Fingerspitze berühren. Die Diebstahlsicherung in einem Kleidungsgegenstand ist ein weiteres Beispiel. Wenn der Pullover ohne zu bezahlen aus dem Geschäft entfernt wird, schlägt es Alarm. Ermöglicht werden derartige Interaktionen durch den Verbau von Sensoren (z.B. der kapazitive Schalter in der Lampe) und Aktoren (z.B. das Alarmsignal am Ausgang des Geschäftes) unter Zuhilfenahme von Mikrokontrollern. Das Beherrschen dieser Technologien eröffnet Gestalterinnen und Gestaltern schier endlos neue Möglichkeiten, denn der Einsatz von »Computing« potenziert bestehende Skills. So wird aus dem Holzmodell eines Hauses ein interaktiver Prototyp mit Sensoren und Beleuchtung. Die Computer Visualisierung erhält ein physikalisches Interface mit Drehreglern und Knöpfen. Und die Geschäftsidee für das Arbeitszeittracking wird mit einer kleinen Leiste auf dem Schreibtisch zur Zuordnung der Arbeitszeit zu verschiedenen Projekten erprobt. 

Themen und Ablauf der Summer School 2020

Um alltägliche Dinge mit Interaktivität auszustatten, werden wir uns im Workshop-Format und in projektbasierter Arbeit mit den Grundlagen der Elektronik, der Programmierung und des Interaktionsdesigns beschäftigen. Die ersten Einheiten des Workshops sind geprägt von Impulsvorträgen und angeleiteten Übungsbeispielen in Kleingruppen. Dadurch wird der Möglichkeitsraum des »Physical Computings« stetig besser kennengelernt. Das heißt, wir lernen einzuschätzen, welche Arten von Interaktionen in prototypischer Weise realistisch umsetzbar sind (z.B. welche Sensoren oder Aktoren mit angemessenem Aufwand eingesetzt werden können). Basierend auf diesen Erfahrungen überlegen wir uns verschiedene Projektideen, die dann an den letzten Kurstagen in Gruppenarbeit unter Betreuung der Workshop Organizer bearbeitet werden.
Tag 1: Grundlegende Elektronik- und Mikrokontrollerkenntnisse
Unter Verwendung der Arduino Plattform werden unter Anleitung die Basics in praktischen Übungen vermittelt, um Elektronik für den Bau interaktiver, physikalischer Prototypen einsetzen zu können. Leichter und spaßiger Einstieg mit UBIUBI2.0
Tag 2: Sensor Sessions
Der 2. Tag beginnt mit einem Impulsvortrag zum Thema Sensorik. Dieses Thema hat spezielle Relevanz, wollen wir doch alltägliche Dinge wie zum Beispiel Sessel mit der digitalen Welt verbinden.

Nach diesem Vortag und dem Input vom Vortag, sammeln wir erste konkrete Projektideen, die in der Summer School umgesetzt werden sollen.
Tag 3: Grundlegende Programmierkenntnisse
Analog zu den Elektronik Kenntnissen des ersten Tages, werden nun unter Anleitung Programmier-Basics vermittelt. Dies wird benötigt, um beispielsweise Sensordaten mit Mikrokontrollern auslesen zu können.

Am Nachmittag arbeiten wir weiter an den Projektideen und konkretisieren sie. 
Tag 4 und 5: Projektarbeit
Die letzten beiden Tage werden wir uns auf die Projekte konzentrieren. Dabei stehen die Workshop Veranstalterinnen und Veranstalter stets bereit, um Input und Hilfestellungen zu liefern. 
phone
New Design University

Mariazeller Straße 97a, 3100 St.Pölten

phone
info@ndu.ac.at

Wir helfen Dir gerne weiter

phone
+43 2742 890 2418

Oder ruf uns doch einfach mal an

Search